reviews 2013

Das Leben ein…
“Traumhafter” Klavierabend mit Heloise Ph. Palmer am 28. September 2013
Rund 30 Zuhörer erlebten am letzten Samstagabend im September in unserem Gemeinde­haus ein Klavierkonzert ganz besonderer Art, eine fein austarierte Mischung aus esoterisch angehauchten Texten des italienischen Schriftstellers Stefano Elio D’Anna (»Die Schule für Götter«) – teilweise akustisch verfremdet, gefühlvoll eingespielt und als Text zusätzlich an die Leinwand projiziert von John Palmer (Komponist und Professor an der Musikhochschule Stuttgart) – und vor allem aus sorgfältig ausgewählten Klavierstücken, engagiert vorgetragen von seiner Ehefrau, der Konzertpianistin Heloise Palmer. Es war das vorletzte Konzert in der Reihe »Gespinstegarten«, die am 19. Februar 2014 mit einer Aufführung in Halle/Saale ihren Abschluss finden soll. Unter dem Begriff »Sinn-Reich« waren die Konzerte in Ton, Wort und Bild jeweils einer besonderen Weltgegend bzw. einem Zeitalter gewidmet. Die Palette der im Gemeindehaus darge­botenen Kompositionen reichte von der Arie auf italie­nische Art von Johann Sebastian Bach (BWV 989) über kleine Kabinettstücke von Joseph Haydn, Robert Schumann, Johannes Brahms und Richard Wagner bis hin zu weniger bekannten Werken von Zoltán Kodály und Hans Werner Henze. Auch der Ehemann der Künstlerin, John Palmer, kam mit seinem Chant 3 von 1989 zu Gehör. Das kurze Stück von Frank Zappa zu Beginn ging dagegen im Feuerwerk der akustischen Eindrücke fast unter. Besonders angetan war ich von der unerwartet schönen und gefühlvollen Sonate As-Dur von Richard Wagner (WWV 85), verband ich mit Wagner bislang doch eher die bekannt wuchtigen Operndramen. Ich gebe zu, dass ich mir vorher wenig unter Muïesis, dem Schlüsselwort für den künstlerischem Anspruch von Heloise Palmer, vorstellen konnte. Hinterher konnte ich die ungewohnte Mischung aus verschiedenen Sinneseindrücken besser nachvollziehen. Es war auf jeden Fall ein herausfordernder und bereichernder Abend, an den die Zuhörer sicher noch lange zurückdenken werden, zumal sie die Möglichkeit hatten, ihre Eindrücke niederzuschreiben und in einen kunstvoll drapierten Kokon auf dem Sideboard im Gemeindesaal hineinzulegen; Heloise Palmer will aus diesen im Verlauf der Konzertreihe dokumentierten Empfindungen ihrer Zuhörer Anregungen für die Gestaltung des Abschluss­konzerts gewinnen. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst und kann sich allenfalls mit weiteren Informationen auf den Internetseiten der Künstlerin (www.heloise-palmer.com oder www.muiesis.com) trösten. Unser besonderer Dank gilt Heloise und John Palmer für einen unvergesslichen Kunstgenuss, aber auch Reiner Kesternich, der uns die beiden Künstler vermittelt und damit einen schönen Abend ermöglicht hat.
(Jörg Klingbeil)
in
 speculo
 speculorum: 
SPIEGELWEISE
Eindrücke
 zur
 Premiere,
 April
 2013

Der 
„andere“
 Klavierabend


Klavierabende
 sind
 seit
 Jahrzehnten 
in
 einer
 gewissen
 Routine 
erstarrt.
 Sie
 verlaufen 
immer
 in
 der
 gleichen
 Art:
 Der
 Künstler
 kommt,
 spielt
 seine
 angesagten
 Stücke,
 vielleicht
 noch
 die
 eine 
oder
 andere
 Zugabe,
 und
 das
 war
 es
 dann.
 Heloise
 Ph.
 Palmer
 hat
 über
 diese
 Gleichförmigkeit
 nachgedacht
 und
 ein
 neues
 Konzept
 entwickelt,
 das
 mich
 beeindruckt 
hat.
 In 
ihrem
 letzten 
Konzert, 
das
 den
 Titel
 „in
 speculo 
speculorum:
 SPIEGELWEISE“
 trug,
 machte
 sie 
die
 Hörer
 nachdenklich, 
indem
 sie 
sie 
bei
 den  Musikstücken
 mit
 menschlichen 
Schwächen, 
Ängsten
 und
  Selbstsüchtigkeiten
 konfrontiert. 
Diese
 Texte
 werden
 von
 einer
 Sprecherstimme
 eingespielt.
 Die 
Texte
 stammen
 von 
der
 Künstlerin
 selbst,
 die 
in
 einer
 Haltung
 und
 einem 
Gewand
 erscheint, 
die
 an
 griechische
 Tragödien
 erinnern.
 Dazu
 spielt 
sie 
Stücke
 von
 Mario
 Castelnuovo‐Tedesco, 
John
Palmer,
 Moritz
 Moszkowski,
 Johannes
 Brahms,
 Paul 
Dessau,
 Heloise 
Ph. 
Palmer 
und
 Leos
 Janácek.
 Die
 Musik
 korrespondiert
 durchaus
 mit 
den
 Texten, 
die
 als 
Denkanstöße
 den
 Hörer
 gefangen
 nehmen
 und 
auch
 noch
 lange
 nach
 dem
 Konzert
 nicht
 loslassen.
 Heloise
 Ph.
 Palmer
 verfügt
 über
 eine
 makellose 
Technik
 und
 ist 
in 
der
 Lage,
 die
 Gefühlswelt
 ihrer
 Musik 
auf ihr
 Publikum 
zu 
übertragen.
 Ein 
beeindruckender 
Abend!

Wolfgang
 Hahn, 
Stuttgart,
 Mai
 2013
—[…]
Das 
5. 
Konzert 
bezieht
 sich 
allerdings
 auf
 ein 
imaginäres 
Land:
 Der 
Tod 
steht 
im
 Zentrum
 des
 Programms,
 als 
„eine 
besonders
 kraftvolle
 Gelegenheit
 zur 
Reflexion 
des 
eigenen
 Fühlens
 und
  Handelns” 
wie 
wir 
aus 
dem 
einstimmenden
 Text 
des 
Programmhefts 
erfahren.
 Da 
aber
 der 
Tod 
nur
 denkbar 
ist
 im
 Kontext
 zum 
Leben, 
so 
definieren
 weitere
 Gegensätze
 wie
 “Liebe
 versus 
Krieg,
 Schönheit
 versus
 Anmaßung”
 die 
Umrisse
 eines
 Spiegels,
 in 
dem 
die 
Zuhörer
 sich
 selbst
 begegnen
 können,
 eingeladen
 sind, 
mitzudenken 
und
 mitzufühlen: 
die
 Kunst
 als
 Spiegel
 aller 
Spiegel;
 die
 Durchdringung 
von 
Wort
 und 
Musik 
in
 einem 
sorgfältig 
kalkulierten
 Verlauf.Auf der Bühne steht ein schwarzer Flügel; vor ihm, in der Bühnenmitte ein weißer Stuhl; seitlich rechts präsentiert eine Staffelei ein unaufdringliches Bild, das teilweise symmetrisch angelegt ist: ein ornamentaler Rahmen, ein Blick durch den Innenhof einer großartigen Architektur in Richtung Himmel? Jedenfalls wird der Blick fokussiert in die freie Bildmitte, in eine imaginäre Ferne. Kleine schwarze Lautsprecher rahmen die Bühne ein; aus ihnen werden die Wortbeiträge des Abends hörbar werden. Die Künstlerin tritt auf – schwarze Haare, weißes Kleid – und setzt sich auf den Stuhl in der Bühnenmitte, den konzentrierten Blick zunächst leicht abwärts gerichtet, bevor er durch das Publikum wandert und dessen Blicke “zurückspiegelt”. Denn wir hören die Programmeröffnung, das Gedicht “Im Spiegel” von Heloise Palmer, das die erwähnten Antagonismen des Programmhefts aufnimmt, entfaltet und lyrisch verdichtet und so den Verlauf des Abends anstößt. Das erste Klavierstück “Cipressi” op. 17 von Mario Castelnuovo-Tedesco ist ganz dem Leben zugewandt: wir sind in der Natur, hören/sehen Zypressen in unterschiedlichen Stimmungen, zu unterschiedlichen Tageszeiten, in sonnig-lyrischen Momenten, in windig-stürmischen Situationen. “Faule Unaufrichtigkeit – Liebe” ist das zugespielte Begriffspaar, das die “three preludes” von John Palmer eröffnet, eine Uraufführung der 1987 komponierten Stücke. Wir hören scheinbar vertraute Klangsplitter aus teilweise tonalen, lyrischen, unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen; Anspielungen auf einen breiten musikalischen Erfahrungsschatz. Das zweite Prelude überträgt diese Erfahrungen auf die Bewegung: fließende Bewegungssplitter. Das dritte Prelude resümiert die beiden vorangegangenen auf eigene Art und Weise. “Hatz, Sensationsgier” sind die Begriffe zur Eröffnung des virtuosen “Allegro Brillante” op. 72/2 von Moritz Moszkowski, sie werden im Verlauf des Musikstücks um “Spielfreude, Lebenseifer” – sinnlich nachvollziehbar – ergänzt. Wir sind hier im Programmverlauf an einem deutlich diesseitigen, lebenszugewandtem Punkt angekommen, dem nun mit dem nächsten Stück ein Wendepunkt folgt. Die Musik richtet sich “nach innen”, wird quasi religiös, transzendent. Und so wird Brahms’ Ballade Nr. 4 aus op. 10 folgerichtig mit den Begriffen “Schönheit” und “Göttlichkeit” konnotiert. Versunken und entrückt lauscht man dem letzten Abschnitt der Ballade, in dem Introspektion und Abschied thematisiert sind. “Krieg, Nationalismus” sind die nächsten Sprachfetzen und Krieg bedeutet auch “Guernica” (nach Picasso), der Titel der folgenden Komposition von Paul Dessau. Wir sind hier plötzlich, aber folgerichtig, bei den grausamen Aspekten des Diesseits. Mit Krieg verbunden ist der Tod, abscheulich unter dem Aspekt des “plötzlichen Herausgerissen seins”. Aber der Tod hat auch eine würdevolle Seite, am Ende eines erfüllten Lebens. Daher improvisiert die Künstlerin eine unerwartete Überleitung zum nächsten und letzten Programmpunkt “smrt” (Tod) von Leos Janacek. In dieser Improvisation erklingen Anspielungen an Brahms’ Ballade und die “Cipressi”. Auf diese Weise wird das letzte Stück allen inhaltlichen Facetten gerecht, bevor die Klappe die Tasten verschließt. Doch mit dem Tod ist nicht alles aus: Es erklingen noch einmal die “Cipressi” von Mario Castelnuovo-Tedesco, ohne dass das Programmheft dies ausweist. Wie schön, auf diese Art wieder dem Leben zugewandt zu werden; oder schließt sich ein Kreis? Die Pianistin erhebt sich vom Flügel und setzt sich noch einmal auf den weißen Stuhl – hier schließt sich ein anderer Kreis. Wir hören den letzten lyrischen Beitrag der Künstlerin, die sich nun mit einem schwarzen Band die Augen verschlossen hat: “Die Würde”.Aber müsste hier nicht die Rede sein von den pianistischen Fähigkeiten der Künstlerin? Zum Beispiel von ihrer makellosen Technik in den virtuosen Passagen, von der Wärme des Tons bei Brahms, von der klaren Zeichnung der Stimmungen in den Cipressi. Möglicherweise ja. Aber ist es nicht das größte Kompliment, wenn dies nicht zur Hauptsache wird, sondern “nur” Mittel zum Zweck ist. Wenn offensichtlich gelungen ist, was die Künstlerin anstrebte: die Zuhörer mitzunehmen zum Mitdenken und Mitfühlen.
Prof. Siegfried 
Eipper, 
Stuttgart,
 30.
4.
2013

‐‐‐

Die Pianistin sitzt stumm auf einem Stuhl vor dem Flügel, aus zwei Lautsprechern klingt ihre Stimme. Am Ende des Konzertabends wird sie abermals stumm auf diesem Stuhl sitzen, diesmal aber mit einer schwarzen Binde vor den Augen. Nicht die Musik, sondern eigene Texte („Im Spiegel“ und „Die Würde“) bilden den Rahmen für die Reise in ein fiktives Land, in welches uns an diesem Abend die Pianistin und Poetin Heloise Palmer mitnimmt. Es ist keine leichte Kost die uns auf dieser Reise präsentiert wird, aber was ist die Aufgabe von Kunst? Palmer beantwortet dies im Sinne Nietzsches: was wir im Leben nicht oder nur schwer (er)tragen können, menschliche Kälte, Krieg, Tod, in der Welt der Kunst können wir es und wir werden geläutert. Man wird die bekannteren Stücke des Konzertabends von Brahms und Janacek sicher anders hören als zuvor.
Volker Ignaz Schmidt, 5.5.2013

Ich 
habe 
noch 
nie 
ein 
Klavierkonzert 
besucht, 
das 
mich 
so 
mitgenommen
 hat.
 Die
 Gestaltung
 war
 außerordentlich.
 Selbst 
mit
 einem
–
nur 
einem
–
eingespielten 
Wort 
haben
 Sie 
mich 
in 
Ihre 
Musik
 mitgenommen
 und 
auch 
Sie 
haben
 am 
Klavier alles,
 wirklich
 alles
 gegeben.
M.
 Hustig,
 Pulsnitz,
 April
 2013
Bei
 Ihren
 beiden 
Konzerten 
habe 
ich 
eine 
Intensität
 gespürt, 
die 
momentelang 
fast
 beängstigend
 war.
 Am
 aufwühlendsten 
waren
 für
 mich 
beide
 Male 
”Guernica” 
(so
 ganz
 anders, 
als 
ich
 es 
kannte)
‐
 eine
 Widerspiegelung
 des 
inneren 
Aufruhrs 
in 
mir
 derzeit
‐
und 
das 
Schlussstück
 von 
Leos 
Janácek.E.
 Prinz,
 Halle,
 April
 2013

 

Sie
 sind
 selbstbewusst
 und
 sehr 
präsent
 auf
 der
 Bühne.
 Sie 
wecken 
unsere
 Empfindungen,
 bringen 
uns
 zum
 Nachdenken, 
lassen
 kein
 Abschweifen
 der
 Gedanken
 zu. 
”Im
Spiegel” 
nennen
 Sie 
Ihr
 neuestes
 Werk.
 Ihre 
Kunst
 zeigt
 die 
bunten
 Facetten 
eines 
kostbaren 
Kristallspiegels. 
Möge
 er
 stets
 wohl gesonnene
 Mienen 
ihrer
 Zuhörer 
widerspiegeln
‐
so 
wie 
bei
 unserem
 Konzert
 am 
Donnerstag.
 Die

 eindringlichen
 Worte 
zwischen
 den  Musikstücken 
öffnen
 unsere 
Fantasie,
 geben
 uns
 mehr
 Möglichkeiten 
Ihren
 musikalischen 
Gespinstegarten
 zu
 verstehen. Sie 
sind
 eine  
talentierte 
Musikerin 
und
 Poetin
 zugleich.
 Welche 
Begabung!
 Wieder
 hat 
mich
 Ihre
 Vielseitigkeit
 beeindruckt.
 Ihr 
Auswendigspiel
 der
 Werke
 so
 verschiedener
 Komponisten
 und
  Musikrichtungen, 
die
 Wiedergabe
 der 
unterschiedlichsten 
Stimmungen
 mit 
Eindringlichkeit.
 “Three
 preludes” 
haben 
Sie
 mit 
besonderer 
Innigkeit
 vorgetragen.
 Sie 
haben 
uns
 die
 noch
 unbekannten
 Klänge 
sehr 
nahe 
gebracht. Sie 
fordern
 von 
ihren
 Zuhörern 
viel 
Aufmerksamkeit,
 belohnen
 sie
 jedoch
 mit
 tiefen 
Empfindungen.
 Sie
 führen 
uns
 mit 
Ihren
 Klängen 
in
 die 
frühlingshafte
 Natur. 
Lassen 
uns 
nachdenken
 über 
Tand
 und
 Eitelkeit. 
Die
 Schönheit
 der
 vertrauten
 Musik
 von 
Brahms
 gibt
 uns
 Erholung.
 Doch 
Guernica 
lässt
 Angst
 und 
Schrecken
 der 
Kriegstage
 wach 
werden.
 Janàcek:
 Bewegt
 nehme 
ich 
Ihre 
sensible
 Interpretation
 der
 Elegie 
über
 den
 Verlust
 seiner
 Tochter
 auf.
 Ein
 tieftrauriges
 Schicksal,
 ausgedrückt
 in 
dem
 zu 
Herzen 
gehenden
 Thema.
 Ihre
 eigene, 
ganz 
neue 
Komposition 
schließt
 sich
 an. 
„…ist
 unantastbar“,
 sagt 
die 
Stimme.
 Würdiger
 Schluss 
eines 
ergreifenden 
Konzerts.

I.
 Gauß,
 Stuttgart,
 April
 2013

—–

Sing,
Vogel
 meiner
 Seele,
 sing!

Eindrücke
 zur
 Premiere,
 Januar
 2013

Der
 Pianistin
 Heloise
 Ph.
 Palmer
 gelingt
 mit
 „Sing,
Vogel
 meiner
 Seele,
 sing!“
 das
 bisher
 dichteste
 und
 programmatisch
 stärkste
 Konzert
 ihrer
 Gespinstegarten
 Reihe.
 SINN‐REICH‐Abende 
überschreibt
 die 
Künstlerin 
ihre
 Konzerte
 und 
das 
sind
 sie 
im
 doppelten
 Wortsinn:
 die
 menschlichen 
Sinnfragen
 umkreisend
 und 
reich
 an
 sinnlichen
 Eindrücken,
 denn
 Palmer
 ist
 mehr 
als 
eine
 herausragende 
Pianistin,
 sie 
ist
 zugleich
 Dramaturgin,
 Poetin
 und
 Multiinstrumentalistin.
 Ihr
 bis 
ins
 letzte
 Detail
 ausgefeilte
 Programm
 war 
ein 
Konzertabend
 höchster
 Konzentration, 
leidenschaftlicher
 Dramaturgie,
 perfekter
 Choreographie,
 raffiniert
 angereichert
 mit
 Poesie,
 Live‐Elektronik 
und 
eingespielten 
Klängen.
 Konnte 
man
 Palmer
 in 
ihren
 vorhergegangenen 
Programmen
 noch
 einen
 potpourri haften
 Umgang 
mit
 Werken
 klassischer
 und
 zeitgenössischer
 Musik
 vorwerfen,
 so
 gelingt
 ihr 
in
 ihrem
 neuen 
Programm 
eine dichte
 poetische
 Erzählung,
 welche
 den 
Einzelwerken
 genug
 Raum
 zur
 Eigengeltung
 lässt.
 Nach
 diesem
 Höhepunkt
 bleibt
 mit
 Spannung
 abzuwarten,
 wie
 Palmer 
ihre 
kommenden,
 noch
 ausstehenden
 Gespinstegarten 
Konzerte
 gestalten
 wird.
Volker 
Ignaz 
Schmidt, 
Stuttgart,
 27.
1.
2013

‐‐‐

Neue
 Wege
 beim
 Klavierabend.


Was
 sinnvoll
 eingesetzte
 Imagination 
und
 Kreativität
 vermögen,
 war
 bei
 dem 
Konzert
 mit
 der
 jungen
 
Heloise
 Ph.
 Palmer
 im
 Stuttgarter
 Matthaes
 Piano
 Zentrum
 zu besehen.
 Anstatt 
am 
Klavier
 alte
 Schlachtrösser
 aufzuzäumen
 oder
 irgendeinen 
oberflächlich
 reißerischen
 Gag 
anzuwenden,
 vertraute
 H. Ph.
Palmer 
allein
 auf
 die 
Kraft
 der
 Poesie 
und
 auf
 ein
 übergreifendes 
Konzept,

 “Palästina”,
‐‐‐ 
und
 traf
 in s
Schwarze.
 Sorgfältig 
ausgewählte 
Texte
 und 
ebenso
 sorgfältig
 ausgewählte
 Klavierwerke 
hierzulande
 völlig
 unbekannter
 Komponisten 
aus 
Israel
 und
 Ägypten
 unterstützten
 sich 
gegenseitig 
in
 der 
Erzeugung
 einer
 aparten
 Stimmung,
 die
 gleichwohl
 die
 jetzige
 Situation
 in
 Palästina 
reflektierten.
 Dass
 Frau
 Palmer
 nicht
 von
 vorgestern
 ist, 
stellte 
sie 
eindrucksvoll
 unter
 Beweis, 
indem
 sie 
mutig
 für
 eine
 adäquate
 Textausdeutung 

auch
 den
 Klavierklang 
verfremdende
 Elektronik
 bis 
hin
 zu
 Passagen,
 die
 der
 Geräusch‐Ästhetik 
der
 “musique
 concrete”
 verpflichtet
 sind,
 einsetzte.
 Überraschende
 Ausflüge
 zu
 von 
ihr
 selbst 
gespielten
 anderen
 Instrumenten
(Perkussion,
Flöte)
 rundeten
 das 
Bild
 dieser
 “poetic
 performance” 
ab, 
die
 in 
eine
 neue
 Dimension
 von
 “Konzert”
 führte,
 nach
 der
 der
 geistesgegenwärtige
 Musikliebhaber
 heute
 hungert.
 Man 
darf
 auf
 weitere
 Abende
 von
 Frau 
Palmer
 gespannt
 sein.

Julian 
Teuremer,
 Stuttgart, 
27.
1.
2013

‐‐‐

Mit
 keinen
 Worten
 kann
 man
 das
 Problem
 Israel‐Palästina
 so
 auf
 den
 Punkt 
bringen. 
Ich 
hoffe, 
dass
 dieses 
ungewöhnliche
 Konzert 
einen
 größeren,
 angemessenen
 Rahmen 
findet.
R.
W., 
Halle,
 20.1.2013

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